

Der Erlass eines Strafbefehls wird auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft beim zuständigen Amtsgericht von diesem nach Prüfung erlassen. Das Gericht entscheidet hier nur nach Aktenlage. Ein Strafbefehl dient der Abkürzung des Verfahrens und hat den Vorteil, dass es nicht zu einer öffentlichen Hauptverhandlung kommt. In der Regel ergeht ein Strafbefehl bei Personen, die einer leichteren oder mittleren Straftat hinreichend verdächtigt sind. Beispiele hierfür sind Diebstahl, Betrug oder Verkehrsdelikte. Der Strafbefehl wird per Post zugestellt und enthält eine detaillierte Beschreibung des Vorwurfs, die verhängte Strafe sowie eine Frist zur Stellungnahme oder zum Einspruch. Im Wege des Strafbefehls kann die beschuldigte Person zu einer Geldstrafe beziehungsweise zu einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr verurteilt werden, wobei die Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr zwingend zur Bewährung auszusetzen ist. Eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr, welche zur Bewährung ausgesetzt werden muss, kann nur ergehen, wenn die Beschuldigte Person anwaltlich vertreten ist.
Von Wichtigkeit ist, dass der Strafbefehl nicht automatisch Rechtskraft erlangt. Sie haben das Recht, innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch einzulegen. Wenn Sie diese Frist versäumen, wird der Strafbefehl rechtskräftig und die darin festgelegte Strafe vollstreckbar. Es ist entscheidend, sofort zu handeln und die Unterlagen sorgfältig zu prüfen, um so eine korrekte Bearbeitung zu gewährleisten. Bedenken Sie, dass eine Prüfung des Gerichts nur nach Aktenlage erfolgt. Haben Sie sich im Ermittlungsverfahren nicht zu Sache eingelassen, z.B. weil Sie keine Vorladung erhalten haben, einen Termin zur Vernehmung bei der Polizei nicht wahrgenommen haben oder aus anderen Gründen keine Aussage gemacht haben, werden Ihre Gegenargumente überhaupt nicht berücksichtigt.
Prüfen Sie zunächst, ob die Angaben korrekt sind und ob die Vorwürfe zutreffen. Wenn man Fehler macht, in dem man etwas über sich erzählt oder in dem, was man getan hat, oder wenn etwas nicht stimmt, kann das später dazu führen, dass der Einspruch erfolglos ist. Leisten Sie keine voreiligen Zahlungen und akzeptieren Sie den Strafbefehl nicht stillschweigend, bevor ein Anwalt Akteneinsicht genommen hat und den Fall geprüft hat.
Die Kontaktaufnahme mit einem Strafverteidiger ist von großer Bedeutung, denn nur ein Strafverteidiger kann einem helfen, sich in einem Strafprozess zu behaupten. Ein erfahrener Anwalt kann beurteilen, ob ein Einspruch sinnvoll ist, die Chancen auf eine mildere Strafe erhöhen kann und im Falle eines Prozesses die Verteidigung strategisch vorbereitet. Auch bei geringen Strafen kann es sich lohnen, einen Fachanwalt für Strafrecht hinzuzuziehen, um Folgeschäden wie Punkte in Flensburg, Fahrverbote oder Eintragungen im Strafregister zu vermeiden. Bedenken Sie, Geldstrafen von mehr als 90 Tagessätzen werden im Bundeszentralregister eingetragen.
Ein Strafbefehl ist kein endgültiges Urteil. Wer seine Rechte kennt, rechtzeitig reagiert und einen kompetenten Strafverteidiger hinzuzieht, kann Einspruch einlegen, Fehler korrigieren und seine Interessen effektiv wahren.
Checkliste Strafbefehle - Was zu beachten ist
Ein Strafbefehl mag auf den ersten Blick abschreckend wirken, stellt jedoch kein endgültiges Urteil dar. Diese Checkliste zeigt Ihnen, wie Sie richtig reagieren, Ihre Rechte wahren und mögliche Nachteile vermeiden.
Diese Dinge sollten Sie jetzt tun:
Das sollten Sie vermeiden: